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Barbara Wodarz

Barbara Wodarz

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 “Faktuales und fiktionales Erzählen”
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg
b.wodarz[at]yahoo.de

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Nach ihrem Abitur am Schlossgymnasium Kirchheim/Teck verbrachte Barbara Wodarz ein Jahr in Lyon (Frankreich) und studierte anschließend von 2004 bis 2010 die Fächer Französisch und Mathe­matik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Ihre wissen­schaftliche Abschluss­arbeit beschäftigt sich mit „‘La Cigale et la Fourmi‘ – Métamorphoses d’une fable“. Während des Studiums wurde sie von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Im Rahmen des MeMPhys-Programms der Fakultät für Mathematik und Physik der Universität Freiburg war sie von 2007 bis 2012 als Mentorin tätig. Von Januar 2011 bis September 2012 arbeitete sie zudem als Fremd­sprachen­sekretärin am Frankreich-Zentrum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Von Oktober 2012 bis September 2015 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Graduierten­kolleg 1767 „Faktuales und fiktionales Erzählen“. In ihrer Dissertation untersuchte sie aktuelle französischsprachige Prosatexte, die sich mit der Shoah auseinandersetzen.

Dissertationsprojekt

Dire l’indicible. Literarisches Schreiben nach der Shoah im 21. Jahrhundert zwischen Faktualität und Fiktionalität
(betreut von Prof. Dr. Thomas Klinkert, Freiburg und Prof. Dr. Peter Kuon, Salzburg)

„La littérature, c‘est le portrait des ombres. [Die Literatur ist das Portrait der Schatten.]“
(Frédéric Brun, Perla, S. 72)

Auch im 21. Jahrhundert schreiben verschiedenste Autoren über eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte, die Shoah, die als eine nie heilende Wunde noch immer den gesell­schaft­lichen Diskurs prägt. Im Gegensatz zu anderen Erfahrungen ist sie als Ereignis jedoch nur schwer fassbar und das Sprechen darüber nie abgeschlossen, in Frankreich vielleicht noch weniger als in Deutschland, da die Verstrickung französischer Polizisten und Beamte in die Juden­verfolgung während der Okkupationszeit in Frankreich erst sehr spät und zunächst nur zöger­lich aufgearbeitet wurde.
Die Schriftsteller, die sich heute dem Thema „Shoah“ annehmen, gehören der zweiten oder dritten Generation an bzw. sind deren Altersgenossen; überdies sind sie in zunehmendem Maße nicht­jüdisch, was ihre Werke besonders interes­sant macht, da sich ethische und ästhetische Fragen hier­bei auf neue und besondere Art stellen. Zu den Schwierigkeiten bei der Fiktionalisierung der Ereig­nisse zählen etwa die Frage nach der Legitimation des Schreibens als Nachgeborener, die Opposi­tion zwischen der Pflicht zur Erinne­rung und der Unmöglichkeit des Schreibens, die es zu über­winden gilt, sowie der Balanceakt zwischen den Möglichkeiten und Grenzen der (französi­schen) Sprache.
Vor allem an dem letztgenannten Punkt setzt das Dissertationsprojekt an. Anhand von sieben Texten zeitgenössischer französischsprachiger Autoren sowie von drei Schlüsselwerken aus dem (späten) 20. Jahr­hundert, die allesamt die Shoah aus der Sicht oder mit Blick auf die Opfer schildern und fiktionali­sieren, sollen die Versprachlichungsstrategien der gewählten Schriftsteller herausgearbeitet werden. Damit verbunden wird im Rahmen der Textanalyse auch das explizite oder implizite Thema­tisieren der sprachlichen und ethischen Schwierigkeiten sowie des Schreibens an sich näher untersucht. Schließlich zeigt die genaue Lektüre der Texte, dass die literarische Verarbeitung der Shoah dieses Ereignis immer schon in einen größeren Kontext einbindet, häufig mittels Reflexionen über das Wesen des Menschen oder über die Funktionsweisen der Gesellschaft.

Vorträge

  • „«Comment dire …»: en quête de mots“;
    Universität Salzburg, Tagung „Sprachblockaden / La parole empêchée“ (in Kooperation mit der Université Bordeaux-Montaigne) vom 11. bis 13. Juni 2015
  • „Écrire et inscrire la mémoire au XXIe siècle. Le rapport de Brodeck de Philippe Claudel“;
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, gemeinsames Forschungskolloquium / Journée d‘études der Universitäten Freiburg und Strasbourg am 20. Juni 2014
  • „Empathisches Schreiben über die Shoah oder Holocaustkitsch? Tatiana de Rosnays Sarahs Schlüssel“;
    Universität Salzburg, Vortrag im Seminar „Zum fiktionalen Umgang mit der Shoah in Literatur und Film des 21. Jahrhunderts“ von Prof. Dr. Peter Kuon am 16. Juni 2014
  • „Erschreiben und Einschreiben der Erinnerung. Frédéric Brun und Philippe Claudel“;
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Kolloquium des Graduiertenkollegs „Faktuales und fiktionales Erzählen“ am 5. Juni 2014
  • „Auf der Suche nach der „Wahrheit“. Tatiana de Rosnays Sarah‘s key/ Elle s‘appelait Sarah“;
    Universität Konstanz, Workshop „Wirklichkeitserzählungen“ der Graduiertenkollegs „Faktuales und fiktionales Erzählen“ (Freiburg) und „Das Reale in der Kultur der Moderne“ (Konstanz) am 12. Dezember 2013
  • „‘Sehendes Erzählen‘: Interaktionen zwischen Bild und Text“;
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Workshop „Bild, Erzählung, Erinnerung“ des Graduiertenkollegs „Faktuales und fiktionales Erzählen“ am 23., 25. und 26. Oktober 2013
  • „Das Unsagbare sagen: Intermediales Gedächtnis in Frédéric Bruns Perla“;
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Workshop „Geschichte(n) intermedial. Wahrnehmung, Inszenierung, Gedächtnis“ der AG „Rezeption und Intertextualität“ mit PD Dr. Kirsten Dickhaut (Koblenz-Landau) am 6. November 2012
  • „« Che ne feux pas » : Comment dire l’indicible au XXIe siècle?“;
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (FRIAS), gemeinsames Forschungskolloquium / Journée d‘études der Universitäten Freiburg und Strasbourg am 15. Juni 2012

Organisationstätigkeit

  • Tagung „Social Minds in Factual and Fictional Narration“ des Graduiertenkollegs „Faktuales und fiktionales Erzählen“ am 21.-23. Mai 2014 im FRIAS der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (zusammen mit Maximilian Alders)
  • Workshop „Bild, Erzählung, Erinnerung“ des Graduiertenkollegs „Faktuales und fiktionales Erzählen“ am 23., 25. und 26. Oktober 2013 im FRIAS der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (zusammen mit Dr. Nicole Falkenhayner, Patrick Galke, Bettina Korintenberg und Annette Schöneck)

Lehre

  • Proseminar „Erinnerung und Identität. Darstellungen des Unfassbaren in der französischsprachigen Literatur des 21. Jahrhunderts“, Romanisches Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Wintersemester 2013/2014