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[Tagung] Die Rückkehr des Erlebnisses in die Geisteswissenschaften? – Diagnose und Geschichte

14. Dezember 2017, 20:00 - 16. Dezember 2017, 12:30

 

Wie lässt sich das Verhältnis von Erlebnis und Dichtung bestimmen? Diese Frage ist von produktions- und rezeptionsästhetischer Seite im Laufe der Geschichte des Erlebnisbegriffs unterschiedlich beantwortet worden. Die Beschäftigung mit dem Lektüre-Erlebnis des Lesers ist relativ jung, stand doch zunächst die Frage nach dem Autorerlebnis als (vermeintlicher?) Initialpunkt des Kunstwerks im Fokus des Interesses, einhergehend mit dem Versuch, aus dem Erlebnis die Entstehung von Kunstwerken zu erklären und einen Schlüssel für deren Interpretation zu finden. Diese später als Biographismus verschriene Praxis führte mit dem „Tod des Autors“ (Barthes) und im Zuge der Bestrebungen einer Verwissenschaftlichung der Geisteswissenschaften in den 70er Jahren zunehmend zu einer Verbannung des Erlebnisbegriffs. Nun ist er zurück und findet prominenten Eingang in Forschungsansätze, die auf ganz verschiedene Weise wieder das Erlebnis und die ‚Erlebnishaftigkeit‘ von Literatur zum Thema machen (etwa Gumbrecht 2003, Vellusig 2013, Hiergeist 2014). Darüber hinaus fordert eine wachsende Anzahl von Autoren das ‚Ende der Fiktion‘ und einen radikalen Wirklichkeitsbezug ihrer Literatur (Stichwort: „New Sincerity“). Diese Rückkehr gibt Anlass zur Tagung „Rückkehr des Erlebnisses in die Geisteswissenschaften? – Diagnose und Geschichte“, welche sich systematisch mit dem Konzept “Erlebnis” und seiner Geschichte auseinandersetzt. Rüdiger Campe (Universität Yale) wird die Tagung mit einer Keynote über „Drei Momente in der Formation der Humanities: Vico, Dilthey, Foucault/Kittler“ eröffnen, es folgen Beiträge von Sandra Richter (Universität Stuttgart), Matthias Bormuth (Universität Oldenburg), Wolfgang Huemer (Universität Parma) und anderen.

 

Donnerstag, 14. Dezember 2017

  • 20.00–21.45

RÜDIGER CAMPE (Universität Yale): Drei Momente in der Formation der Humanities: Vico, Dilthey, Foucault/Kittler

Chair: Mathis Lessau

 

Freitag, 15. Dezember 2017

  • 9.00–9.30

MATHIS LESSAU/NORA ZÜGEL (Universität Freiburg): Einführung

  • 9.30–10.15

SANDRA RICHTER (Universität Stuttgart): „Mere exposure effects“? Erlebnis und ästhetische Distanz

  • 10.15-11.00

JÖRGEN SNEIS (Universität Bielefeld): Ästhetisches Erlebnis und literaturwissenschaftliches Interpretieren

Chair: Nora Zügel

 

  • 11.00–11.15 Kaffee

 

  • 11.15–12.00

OLE HINZ (Universität Yale): Erlebnis und Erfahrung. Für eine kritische Hermeneutik nach Benjamin

  • 12.00–12.45

FLORIAN FUCHS (Universität Yale): Wilde Literatur und Anthropozän: Über den unnatürlichen Grund des Erlebnisses

Chair: Dustin Breitenwischer

 

  • 12.45–14:30 Mittagspause

 

  • 14.30–15.15

NICOLAS DETERING (Universität Konstanz): Vor dem Erlebnis: Rhetorikkritik und Biographismus im frühen 18. Jahrhundert

  • 15.15–16.00

JOHANNES FRANZEN (Universität Bonn): Erleben legitimiert Erzählen. Fiktionstheoretische Überlegungen zur zeitgenössischen Kontroverse über kulturelle Appropriation

Chair: Verena Spohn

 

  • 16.00–16.15 Kaffee

 

  • 16.15–17.00

TERESA HIERGEIST (Universität Erlangen): Emotionen auf dem Seziertisch? Historische Entwicklungen und aktuelle Tendenzen einer Literaturwissenschaft des Lektüreerlebnisses

  • 17.00–17.45

CHRISTINE KNOOP (Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik): Literatur als Erlebnis: eine empirische Perspektive

Chair: Christian Baier

 

  • 17.45-18.00 Pause

 

  • 18.00-18.45

MATTHIAS BORMUTH (Universität Oldenburg): Literaturhistorie als literarisches Erlebnis – Überlegungen nach Erich Auerbach

Chair: Mathis Lessau

 

  • 19:00 Gemeinsames Abendessen

 

Samstag, 16. Dezember 2017

  • 9.00–9.45

WOLFGANG HUEMER (Universität Parma): Erleben und Erkenntnis: kognitive Funktionen der Literatur

  • 9.45–10.30

ELISA RONZHEIMER (Universität Yale): Exzentrisches Erleben. Hölderin-Lektüren (Dilthey, Benjamin, Adorno)

Chair: Johannes Franzen

 

  • 10.30–11.00 Kaffee

 

  • 11.00–11.45

DUSTIN BREITENWISCHER (Universität Freiburg): Bezogen aufs Ganze des eigenen Lebens: Erlebnis, Kreativität und ästhetische Erziehung in der US-amerikanischen „Slave Narrative“

Chair: Sebastian Kleinschmidt

  • 11.45–12.30

ABSCHLUSSDISKUSSION

 

Das Programm der Tagung finden Sie hier

 

Details

Beginn:
14. Dezember 2017, 20:00
Ende:
16. Dezember 2017, 12:30
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Haus zur Lieben Hand (Seminarraum)
Löwenstraße 16
Freiburg, 79098
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Veranstalter

Mathis Lessau und Nora Zügel