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Amelie Mussack

Amelie Mussack

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 “Faktuales und fiktionales Erzählen”
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg

amelie.mussack@grk1767.uni-freiburg.de

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Amelie Mussack studierte zwischen 2012 und 2016 die Bachelorstudiengänge Germanistik und Kunstpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Im Anschluss daran nahm sie die Masterstudiengänge der Fachrichtungen Germanistische Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte auf. 2017 schloss Frau Mussack den Master Germanistische Literaturwissenschaften erfolgreich ab. Im darauffolgenden Semester beendete sie den Master Kunstgeschichte mit einer Arbeit zu „Der Makrokosmos im Mikrokosmos – Strategien des südafrikanischen Künstlerbuchs Ponte City von Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse“.

Zwischen 2013 und 2018 war sie als Hilfskraft im Haushaltsreferat des Department I der Fakultät 13 der Ludwig-Maximilians-Universität tätig. Zudem arbeitete Frau Mussack von 2017 bis 2018 als studentische Mitarbeiterin und Tutorin im Schreibzentrum und Praxisbüro der Fakultät 13.

Seit Oktober 2018 ist sie als Kollegiatin im Graduiertenkolleg 1767 „Faktuales und fiktionales Erzählen“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg angestellt. Zu den Forschungsinteressen  gehören vor allem interdisziplinäre Fragestellungen zwischen Literatur- und Kunstwissenschaften, die die Grenzen der einzelnen Disziplinen und ebenso die wechselseitigen Relationen aufzeigen.

Dissertationsprojekt

Architektur in der Literatur – Utopische Traditionen im Werk Paul Scheerbarts [Arbeitstitel]
(Betreuung: Prof. Dr. Achim Aurnhammer, Prof. Dr. Hans W. Hubert)

Projektbeschreibung

Entgegen der literaturgeschichtlichen Forschung, die die Utopie mit Rückführung auf Platon zum 20. Jahrhundert aus der Literatur entweder ganz ausschließt oder nur noch in theologischen oder soziologischen Feldern verortet, sollen die im Rahmen des Dissertationsprojektes unternommenen Untersuchungen zeigen, dass es durchaus eine lebendige utopische Literatur gab, die nur wegen ihrer vornehmlich aus der Architektur stammenden Autoren von der Literaturgeschichtsschreibung weitgehend ignoriert wurde.

Die deutliche Hinwendung zur architektonischen Strukturen und der Architektur in literarischen Ausarbeitungen zeigt sich als notwendig, da die Architektur bislang als bloße Lieferantin faktischer Stoffe, nicht aber als strukturbildendes Moment fiktionaler Rede beurteilt wurde.

Gerade aber die Architektur, die in den Werken Scheerbarts beschrieben und erbaut wird, reflektiert sich in hohem Maße selbst und greift damit auf alteuropäische Traditionen des utopischen Diskurses zurück, in welchen vor allem auch das Verhältnis von Fiktionalität und Faktualität verhandelt wird. Innerhalb seiner Werke kann daher immer wieder deutlich gemacht werden, dass Scheerbart die fiktionalen und faktualen Grenzen sowohl auf rezeptionsästhetischer, aber auch auf produktionsästhetischer Ebene verschwimmen lässt. Seine Ausarbeitungen wurden vor allem von Architekten rezipiert und als Vorlage für tatsächliche Realisationen sowie als Inspiration im Hinblick auf die Materialästhetik und den Umgang mit neuen Baustoffen verwendet. Ein weiteres Argument für diese Aufweichung der Grenzen zeigt sich deutlich in seiner theoretischen Schrift Glasarchitektur (1914), da die dort angeführten Argumente für das Bauen mit Glas dem Umsetzungswillen des Gesamtwerkes unterstellt sind.

Publikationen

  • mit Nikola Keller. Tagungsbericht: Gesundheit erzählen. Ästhetik, Performanz und Ideologie seit 1800. Tagung des Graduiertenkollegs „Faktuales und Fiktionales Erzählen“ sowie des Sonderforschungsbereichs 1015 „Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken“, Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) vom 25. Oktober bis 27. Oktober 2018.
    https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8214
  • „Utopische Architektur oder architektonische Utopie? Idealstaatsentwürfe zwischen faktualem Projekt und fiktionaler Strategie“ In: Annika von Lüpke, Tabea Strohschneider, Oliver Bach (Hrsg.): Limina: Natur – Politik. Verhandlungen von Grenz- und Schwellenphänomenen in der Vormoderne. Berlin: De Gruyter, 2019 [i.D.].
  • „Emy Roeder“. In: NEUE/ALTE HEIMAT. R/Emigration von Künstlerinnen und Künstlern nach 1945. New/Old Homeland. R/Emigration of Artists after 1945. Im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung im Kunsthaus Dahlem vom 30. Juni 2017 bis 17. Juni 2018. Hrsg. von Schoene, Dorothea, Schriftenreihe des Kunsthauses Dahlem.
  • Begleitprogramm für Kinder und Jugendliche zur Ausstellung „Dix / Beckmann – Mythos Welt“ vom 10. April bis 10. August 2014, eine Kooperation des Instituts für Kunstpädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München.

Vorträge

  • Bevorstehend: „Das Offensichtliche nicht sehen – Sichtbar unsichtbare Zeichen und Funktionen der Architektur“. Vortrag im Rahmen der Tagung „Mit Fiktionen über Fakten streiten. Fake News, Verschwörungstheorien und ihre kulturelle Aushandlung“, FRIAS (Freiburg Institute for Advanced Studies) Universität Freiburg vom 28. November bis 30. November 2019.
  • „Zum Verhältnis von Literatur, Architektur und Zeichnung in den Werken Paul Scheerbarts“. Vortrag im Rahmen des Symposiums „Current Trajectories in Narrative Research“ an der Bergischen Universität Wuppertal vom 27. September bis 28. September 2019.
  • „Narrating the City’s History through a Tower – Strategies of Narrating in Mikhael Subotzky’s and Patrick Waterhouse’s Ponte City.“ Vortrag im Rahmen der Tagung „THE  GLOBAL CITY – The Urban Condition as a Pervasive  Phenomenon“ der AISU (Associazione Italiana di Storia Urbana) Bologna 11. September bis 14. September 2019.
  • „Wir hätten dann ein Paradies auf der Erde“ – Paul Scheerbarts literarische Glasarchitektur zwischen fiktionaler Strategie und tatsächlicher Realisierbarkeit. Vortrag im Rahmen der Sommerakademie „HAPPY END – PROSPEKTE UND NARRATIONEN MÖGLICHER ZUKUNFT“ an der Kunstuniversität Linz vom 18. August bis 24. August 2019.
  • „Auf der Geraden: Menschenbild und Architektur.“ Vortrag im Rahmen der Summer School „Natur und politische Anthropologie“ der DFG-Forschergruppe „Natur in politischen Ordnungsentwürfen: Antike – Mittelalter – Frühe Neuzeit“ vom 29. Juni bis 01. August 2019.
  • „Murx den Europäer. Murx ihn.“ Paul Scheerbart’s Conception of a New European Spirit through (Glass-)Architecture. Vortrag im Rahmen der Tagung <<Idées>> d’une autre Europe. Les conceptions divergentes de l’intégration européene au XXe et au XXIe siècles a prisme de l’interdisciplinaire. Université de Lille vom 13. Juni bis 14. Juni 2019.
  • „Ideale Stadtpläne des frühes 20. Jahrhunderts – eine interdisziplinäre Perspektive auf den utopischen Diskurs“, Vortrag im Rahmen des Hauptseminars „Utopie“ von Dr. Oliver Bach am 16. Januar 2019 der Ludwig-Maximilians-Universität München.
  • „Entgegen der Bilderflut – Zwei künstlerische Positionen des Archivierens im 21. Jahrhundert“, Vortrag im Rahmen der Ausstellung „Kondensationen“ vom 6. April bis 22. April 2018 im Farbenladen des Feierwerks in München.
  • „Literarische Positionen der Stadtkonzeption zwischen Idealstadt und Utopie“, Vortrag im Begleitprogramm des Ausstellungsprojektes „Wer gestaltet unsere Stadt?“ im Rahmen des Projekts „Zeitmaschine Freiheit“ in Kooperation mit dem Architekturforum Allgäu und dem Stadtmuseum Memmingen, Memmingen, 6. Oktober bis 2. November 2017.

Organisation

  • Zusammen mit Annika Wirth und Johannes Aderbauer: Organisation der Tagung „Erzählte Architektur. Trans- und intermediale Perspektiven auf das Verhältnis von Erzählen und Architektur im 20. und 21. Jahrhundert“, am 30. Januar bis 31. Januar im FRIAS (Freiburg Institute for Advanced Studies).

Stipendium

  • Stipendium der Kunstuniversität Linz für die Sommerakademie „HAPPY END – PROSPEKTE UND NARRATIONEN MÖGLICHER ZUKUNST“ an der Kunstuniversität Linz vom 18. August bis 24. August 2019.

Teilnahmen

  • Summer School „Konstanten und Varianten des Erzählens in transgenerischen und transmedialen Kontexten“ des Graduiertenkollegs „Faktuales und Fiktionales Erzählen“ in Saint-Hippolyte, Frankreich, vom 06. August bis 10. August 2019.
  • Interdisziplinäre Summer School „Natur und politische Anthropologie“ des DFG-Forschergruppe „Natur in politischen Ordnungsentwürfen: Antike – Mittelalter – Frühe Neuzeit“ vom 29. Juni bis 01. August 2019.