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Deborah Wolf

Deborah Wolf

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 “Faktuales und fiktionales Erzählen”
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg

deborah.wolf@grk1767.uni-freiburg.de

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Deborah Wolf studierte Medienwissenschaft, Europäische Ethnologie und Kunstgeschichte an der Philipps-Universität Marburg. In ihrer Masterthesis befasste sie sich mit dem kollektiven Gedächtnis in der medialen Umgebung des Fernsehens und YouTubes.

2017/18 arbeitet sie im soziologisch-medienwissenschaftlichen DFG-Forschungsprojekt „Mediale Störungen. Strukturen und Funktionen von Fernsehsondersendungen in der politischen Medienkultur Deutschlands“. Im Wintersemester 17/18 war sie Lehrbeauftragte im Studiengang „Kunst, Musik und Medien“ der Philipps-Universität Marburg.

Deborah Wolf realisierte zahlreiche kulturelle Projekte im Auftrag der Stadt Marburg.

Dissertationsprojekt

9/11-Verschwörungstheorien auf YouTube. Textuelle Merkmale und mediale Konstellationen
(Betreuung: Prof. Dr. Robin Curtis, JunProf. Dr. Evi Zemanek)

Projektbeschreibung

Die Erde ist flach. Die Regierung manipuliert das Wetter. Elvis lebt. 9/11 was an inside job.

Verschwörungstheorien haben Konjunktur und ihre politische Dimension ist zunehmend Gegenstand öffentlicher Debatten. Gerade die Narrative, die die ‚offizielle Version‘ der Terroranschläge am 11. September 2001 anzweifeln, erfahren erheblichen Zulauf. Das ist nicht verwunderlich, handelt es sich doch um ein (Medien-)Ereignis der jüngsten Geschichte, das eine massive Erschütterung von Weltbildern und Identitätskonzepten nach sich zog.

Interdisziplinäre Forschungsergebnisse begründen die Attraktivität von Verschwörungstheorien unter anderem mit dem Bedürfnis nach Sinnstiftung. Wechselwirkungen mit fiktionalen Textgattungen werden immer wieder beobachtet. Verschwörungstheorien müssen demzufolge als sozio-kulturelles Phänomen in den Blick genommen werden.

Verschwörungstheorien und mediale Konstellationen scheinen eng miteinander verwoben zu sein. Die medialen Bedingungen der Wissens- und Wahrheitsgenese beeinflussen Struktur und Inhalt der Texte. Gleichzeitig werden Mediensysteme zum Ziel von Verschwörungsnarrativen. Das Versprechen YouTubes, einen außerhalb der institutionellen Struktur konventioneller Massenmedien stehenden und dennoch reichweitenstarken Kommunikationskanal zu bieten, macht die Plattform für Verschwörungstheoretiker_innen attraktiv. Die anzutreffenden medialen Konstellationen verstärken einerseits die Öffentlichkeitswirkung und Intertextualität, andererseits begünstigt die Algorithmizität einen Filterblaseneffekt.

Um dem Phänomen gerecht zu werden, führt das Dissertationsprojekt textuelle Aspekte mit Beobachtungen bezüglich der medialen Konstellationen eng. Ein mehrschrittiges Verfahren folgt zunächst der Logik der Plattform, wobei eine Reflektion der gewonnenen Forschungsdaten unabdingbar ist. Eine Feinanalyse ausgewählter Texte erlaubt einen Blick auf die zugrundeliegenden narrativen sowie ästhetischen Tiefenstrukturen.

9/11-Verschwörungstheorien auf YouTube sind symptomatisch für gegenwärtige kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen. Die intendierten Forschungsergebnisse weisen somit über das Fallbeispiel hinaus: Sie geben Aufschluss über gesellschaftliche Transformationsprozesse. Obgleich YouTube häufig als einflussreiche Plattform benannt wird, gibt es bisher wenig ausführliche Fallstudien. So kann das Projekt auch methodisch als Ausgangspunkt für weitere Arbeiten in verschiedenen Forschungsfeldern dienen. Der in der Empirie verankerte, qualitative Zugang ist anschlussfähig für quantitative Arbeiten der Digital Humanities.

Publikationen

Wolf, Deborah. „Don’t Mind the Men behind the Curtain“. Argumentation, Erzählung und Ästhetik in Zeitgeist. In: Brigitte Frizzoni (Hrsg.): Verschwörungserzählungen. Band zur 10. Tagung der Kommission für Erzählforschung in der dgv. Voraussichtlich 2019. Zürich (CH) (in Vorbereitung).

Wolf, Deborah. Textuelle Signifikanzen und mediale Konstellationen von 9/11-Verschwörungstheorien auf YouTube. Strategien einer medienwissenschaftlichen Annäherung. In: Robert Dörre u. a. (Hrsg.): FFK Journal. Nr. 4. Voraussichtlich Februar 2019. Bochum (in Druck).

Wolf, Deborah. Die Konstituierung der Erinnerung. 9/11 und die Medien. In: Dennis Basaldella u. a. (Hrsg.): FFK Journal. Nr. 3. Hamburg 2018. S. 168–182. Online unter: http://www.ffk-journal.de/?journal=ffk-journal&page=article&op=view&path%5B%5D=54.

Rezensionen

Wolf, Deborah. Conspiracy! Theorie und Geschichte des Paranoiafilms [Henry Taylor]. Rezension. In: MEDIENwissenschaft: Rezensionen, Reviews. Voraussichtlich 4/2018. Marburg (in Druck).

Wolf, Deborah. September 11, 2001 as a Cultural Trauma. A Case Study through Popular Culture [Christine Muller]. Rezension. In: MEDIENwissenschaft: Rezensionen, Reviews. 2–3/2018. S. 201–202. Marburg.

Wolf, Deborah. Authenticity and How We Fake It. Belief and Subjectivity in Reality TV, Facebook and YouTube [Aaron Duplantier]. Rezension. In: MEDIENwissenschaft: Rezensionen, Reviews. 2–3/2018. S. 327–328. Marburg.

Wolf, Deborah. Terror und Propaganda. Prolegomena zu einer Analytischen Medienwissenschaft [Christer Petersen]. Rezension. In: MEDIENwissenschaft: Rezensionen, Reviews. 3/2017. S. 374–375. Marburg.

Wolf, Deborah. Kultur der Digitalität [Felix Stalder]. Rezension. In: MEDIENwissenschaft: Rezensionen, Reviews. 2/2017. S. 293–294. Marburg.

Vorträge

Bevorstehend: “Strike back!”: The connection between conspiracy theories and populism. Vortrag beim SIEF2019 14th Congress „Track Changes: Reflecting on a Transforming World“. International Society for Ethnology and Folklore. 14.–17.04.2019, Santiago de Compostela (ES).

Bevorstehend: Radikale Gegenentwürfe. Verschwörungstheorien auf YouTube. Vortrag bei dem Workshop “Protestkommunikation: Umstrittene Legitimität politischer Öffentlichkeit in digitalen und urbanen Räumen”. Universität Salzburg. 29.–30.03.2019, Salzburg (AT).

Bevorstehend: Ideologically motivated recreations of the past in 9/11 conspiracy theories. Vortrag auf der 2019 Conference: Radical Fictions. Historical Fictions Research Network. 22.–23.02.2019, Manchester (UK).

„Don’t Mind the Men behind the Curtain“. Argumentation, Erzählung und Ästhetik in Zeitgeist. Vortrag auf der 10. Tagung der Kommission für Erzählforschung in der dgv. Kommission für Erzählforschung/Universität Zürich. 08.09.2018, Zäziwil (CH).

Xenia. Eine neue griechische Odyssee. Einführung im Rahmen der Filmreihe zum 18. Marburger Kamerapreis. Philipps-Universität Marburg und Universitätsstadt Marburg. 11.04.2018, Marburg.

Textuelle Signifikanzen und mediale Konstellationen von 9/11-Verschwörungstheorien auf YouTube. Strategien einer medienwissenschaftlichen Annäherung. Vortrag auf dem 31. Film- und Fernsehwissenschaftlichen Kolloquium. Ruhr-Universität Bochum. 15.02.2018, Bochum.

Die Konstituierung der Erinnerung. 9/11 und die Medien. Vortrag auf dem 30. Film- und Fernsehwissenschaftlichen Kolloquium. Universität Hamburg. 09.03.2017, Hamburg.

Blaue Stunde. Begleitausstellung der 39. Marburger Sommerakademie. Eröffnung der Ausstellung im Gespräch mit dem Künstler Henry Ruck. Universitätsstadt Marburg. 26.07.2016, Marburg.

Code: Inconnu. Einführung im Rahmen der Filmreihe zum 16. Marburger Kamerapreis. Philipps-Universität Marburg und Universitätsstadt Marburg. 02.03.2016, Marburg.