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Dustin Breitenwischer

Dustin Breitenwischer

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 „Faktuales und fiktionales Erzählen“
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg

dustin.breitenwischer@anglistik.uni-freiburg.de

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Dustin Breitenwischer absolvierte von 2003-2010 ein Magisterstudium in Nordamerikastudien und Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Das Studienjahr 2006-2007 verbrachte er mithilfe eines Stipendiums der Fulbright-Kommission als Graduate Student an der University of Minnesota, Minneapolis. Von 2014-2016 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Nordamerikastudien am Englischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zuvor arbeitete er als Lehrbeauftragter in Hamburg und Berlin. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Columbia University, New York beendete er im Februar 2015 an der Freien Universität Berlin seine Promotion. Das Vorhaben wurde von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Seine Dissertation beschäftigte sich auf der Grundlage von John Deweys demokratischer Ästhetik und Hans-Georg Gadamers philosophischer Hermeneutik mit der Darstellung und Formierung imaginärer Erfahrungsräume in der amerikanischen Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Genauer noch ging sie von der rezeptionsästhetischen Prämisse aus, dass ästhetisches Erfahren einen Raum zwischen Werk und Rezipientin öffnet, in dem die Rezipientin sowohl sie selbst als auch jemand anderes, sowohl hier als auch dort sein kann. Die Fragen, ob und wie Kunst diesem Dazwischen eine Form anbietet, hat er entlang ausgewählter Arbeiten der amerikanischen Malerei (Edward Hopper), Konzeptkunst (Sol LeWitt), Photographie (Catherine Opie) und der Poesie im amerikanischen Rap (Eminem) versucht zu beantworten. Im Sinne einer philosophisch geprägten Kulturwissenschaft hat er dabei einen Erfahrungsbegriff formuliert, der sich zum einen an die Lebenswelten außerästhetischer Alltäglichkeit zurückbinden lässt und der es dadurch zum anderen erlaubt, das kulturelle, politische und soziale, das individuelle und kollektive Potential des Ästhetischen im Kontext transnationaler Amerikastudien und ihrer Kritik am Ästhetischen zu diskutieren. Für die Publikation (Dazwischen: Über Wesen und Wirken ästhetischer Erfahrung, Fink Verlag, Frühjahr 2017) hat er die Studie um eine Auseinandersetzung mit amerikanischer Literatur in Form eines Kapitels zu Siri Hustvedts Roman The Blazing World erweitert. Das akademische Jahr 2017/18 wird er als Junior Fellow am Freiburger FRIAS verbringen.

Postdoc-Projekt

In seinem jüngsten Forschungsprojekt, The Creative Self in 19th-Century American Culture (AT), das er mit dem Ziel einer zweiten Monographie vorantreibt, widmet er sich dem Phänomen der Kreativität als Dynamik ästhetischer, sozialer, demokratisch-reformerischer und marktökonomischer Selbstbehauptung. Auf der Grundlage des romantischen und transzendentalistischen Verständnisses vom schöpferischen Selbstbekenntnis und vor dem Hintergrund eines näher zu bestimmenden Verständnisses von kreativer Selbstermächtigung wendet sich seine Studie in Einzelanalysen verschiedenen Formen faktualen Erzählens zu – von der philosophischen Reflexion über den Reisebericht und der sog. Slave Narrative bis hin zur bildlichen (Selbst-)Inszenierung – und kontrastiert diese mit ausgewählten fiktionalen Texten, um so eine möglichst umfangreiche Funktionsbestimmung des Kreativen als paradigmatisch-normativer Modernisierungsstrategie in den USA des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus vorzunehmen. Ein zentrales Anliegen der Arbeit ist es, mit Blick auf gegenwärtige Kreativitätsimperative und die kultursoziologischen und kulturökonomischen Dimensionen kreativer Selbstbehauptung eine bisweilen noch nicht ausreichend reflektierte (transnationale) Ideen- und Kulturgeschichte der Kreativität und deren Beziehung zum faktualen (Selbst-)Erzählen zu schreiben, die in unbedingtem Abgleich und Austausch mit gegenwärtigen Auseinandersetzungen mit Kreativität, Ästhetik und Gesellschaft steht.

Ausgewählte Publikationen

Dazwischen: Über Wesen und Wirken ästhetischer Erfahrung am Beispiel amerikanischer Kunst und Literatur von Hopper bis Hustvedt. Paderborn: Fink. [erscheint im Frühjahr 2017]

„Reading In-Between: Interpretation as Experience (and the Case of Sylvia Plath’s ‚Soliloquy of the Solipsist’)“. Reading Practices. REAL Yearbook of Research in English and American Literature, Vol. 31. Hg. Winfried Fluck, Günter Leypoldt, Philipp Löffler. Tübingen: Narr, 2015. 219-37.

„’Look at this tangle of thorns’: Vladimir Nabokovs Lolita und die Appellstruktur des Geständnisses“. Kriminalliteratur und Wissensgeschichte: Genres – Medien – Techniken. Hg. Clemens Peck, Florian Sedlmeier. Bielefeld: transcript, 2015. 197-213.

Mit Claudia Lillge, Jörn Glasenapp und Elisabeth K. Paefgen. Die neue amerikanische Fernsehserie: Von Twin Peaks bis Mad Men. Paderborn: Fink, 2014.

Life and Times of…: Promethean (Counter-)Narratives and the Poetic Function of Aesthetic Experience in Rap“. American Lives. Hg. Alfred Hornung. Heidelberg: Winter, 2013. 381-98.