Top-Menü

Julian Menninger

Julian Menninger

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 „Faktuales und fiktionales Erzählen“
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg

julian.menninger@grk1767.uni-freiburg.de

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Julian Menninger studierte von 2010 bis 2016 Germanistik, Europäische Ethnologie und ‚Neuere deutsche Literatur, Kultur, Medien‘ an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Während seines Grundstudiums in Würzburg war er als Tutor am Lehrstuhl für neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte (Prof. Dr. Wolfgang Riedel) beschäftigt. Nach dem Wechsel an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft für Neuere Deutsche Literatur am Lehrstuhl von Prof. Dr. Werner Frick und absolvierte im Herbst 2015 eine Teaching Assistantship des DAAD an der Saint Petersburg State University.

Weiterhin arbeitete Julian Menninger von 2011 bis 2012 als Dramaturgieassistent am Mainfranken Theater Würzburg.

Seit April 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im Graduiertenkolleg 1767 Faktuales und Fiktionales Erzählen.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Gegenwartsliteratur, die literarische Verhandlung anthropologischer Fragestellungen sowie Interferenzen zwischen Literatur und Naturwissenschaft.

Dissertationsprojekt

Menschheit 2.0? Spekulatives Erzählen über Human Enhancement [Arbeitstitel] (Betreuer: Prof. Dr. Werner Frick, Prof. Dr. Stephan Packard)

Projektbeschreibung

Unter dem Schlagwort ‚Human Enhancement‘ wurden in den vergangenen Jahren technische, pharmakologische und genetische Manipulationen des menschlichen Körpers mit dem Ziel der Leistungssteigerung und der Überwindung scheinbar naturgegebener Schranken verstärkt diskutiert und haben als Thema eine beträchtliche gesellschaftliche Sprengkraft gewonnen. Aus der Vielzahl literarischer, essayistischer und (populär)wissenschaftlicher Veröffentlichungen zum Thema greift die Arbeit jene Gruppe von Texten heraus, die nicht den gegenwärtigen Stand der technischen Forschung beschreiben, sondern sich explizit mit möglichen zukünftigen Entwicklungen auseinandersetzen. Untersucht werden dabei (1) Romane, die in einem literarisch fiktionalen Modus mögliche Entwicklungen antizipieren oder modellhaft simulieren (u.a. einschlägige Erzähltexte von Margaret Atwood, Michel Houellebecq, Dietmar Dath oder Benjamin Stein) sowie (2) populärwissenschaftliche Publikationen und moralische bzw. ethische Texte (u.a. von Autoren wie Ray Kurzweil, Jürgen Habermas und Francis Fukuyama), die in einem faktualen Modus und zumeist mit vermittelndem Ansatz über mögliche zukünftige Realisationen und Folgen des Human Enhancement nachdenken und spekulieren.

Mit der narratologisch-literaturwissenschaftlichen Untersuchung dieser Texte soll das Dissertationsprojekt an der Schließung einer Forschungslücke mitwirken und einen grundlegenden Beitrag zur Forschungsdebatte liefern, indem es die gemeinsame Perspektive der Texte – mögliche Entwicklungen zu narrativieren – herausarbeitet und kategorisierbar macht. Der Begriff spekulatives Erzählen soll dabei als Schlüsselkonzept dienen, um bei der zusammenführenden Betrachtung dieser beiden Verhandlungsformen deren vergleichbaren Ansatz hervorzuheben, ohne dabei die individuellen Texte in Hinblick auf ihren Kommunikationsmodus oder den ontologischen Status der in ihnen vermittelten Szenarien gleichzusetzen. Hierzu zielt die Untersuchung darauf, einerseits Strategien der Versicherung, Authentizität und Glaubhaftigkeit und andererseits der Empathielenkung, Persuasion und Veranschaulichung herauszuarbeiten. Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse soll nachvollziehen, wie sich literarische Texte gegenüber wissenschaftsförmigen oder philosophisch-reflexiv geprägten Abhandlungen durch einen kreativ-spielerischen Umgang mit der avantgardistischen Materie als Reflexionsform sui generis etablieren. Daneben soll die Untersuchung die Positionierung und den Status der Texte in der Debatte beleuchten und ihre öffentliche Rezeption nachvollziehen.

Vorträge

  • „Uneindeutige Körper – unzuverlässige Erzählungen. Humane Transformationen und Irritationen bei Dietmar Dath“. Vortrag auf der interdisziplinären Tagung „Metamorphosen. Travestien und Transpositionen“, Siegen 13.-15. Oktober 2016.