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Marlene Weck

Marlene Weck

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 “Faktuales und fiktionales Erzählen”
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg

marlene.weck@grk1767.uni-freiburg.de

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Marlene Weck studierte 2008 bis 2012 Sprach- und Kommunikationswissenschaften (B.A.) an der Technischen Universität Berlin. Nach einer sechsmonatigen Tätigkeit am Goethe-Institut in Belgrad (Serbien) absolvierte sie den interdisziplinären Masterstudiengang Ost-West-Studien an der Universität Regensburg (2012-2015) mit dem Fokus auf Sprachpolitik und Zeitgeschichte Südosteuropas. Sie verbrachte mehrere Auslandsaufenthalte zu Studien- und Forschungszwecken an der Central European University in Budapest (Ungarn), an der Universität Belgrad (Serbien) und der Universität Sarajevo (Bosnien und Herzegowina), zudem nahm sie an mehreren Studienexkursionen zum Thema Transitional Justice und Vergangenheitsbewältigung nach Mazedonien und in die Niederlande teil.

Während des Studiums arbeitete sie als Hilfskraft am Fachgebiet Allgemeine Linguistik des Instituts für Sprache und Kommunikation der TU Berlin und am Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa in Regensburg. Nach Studienabschluss war sie als Stipendiatin des Carlo-Schmid-Programms am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag (Niederlande) tätig. Nach einem anschließenden Volontariat am Goethe-Institut in Frankfurt am Main unterrichtete sie als DAAD-Sprachassistentin an der Germanistischen Abteilung der Universität Rijeka (Kroatien).

Ihre Forschungsschwerpunkte sind Transitional Justice und die juristische Aufarbeitung von Kriegsverbrechen, Sprache und Gewalt sowie Erinnerungskultur und Erinnerungsorte.

Seit Oktober 2018 ist sie Kollegiatin am GRK 1767 „Faktuales und Fiktionales Erzählen“ der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau.

Dissertationsprojekt

Erzählte Geschichte vor dem Jugoslawientribunal. Eine narratologische Analyse der Gerichtsprotokolle des Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien [Arbeitstitel]
(Betreuung: Prof. Dr. Dietmar Neutatz, Prof. Dr. Frank Schäfer)

Projektbeschreibung

In jedem juristischen Verfahren geht es darum, vergangene Ereignisse zu rekonstruieren und die ermittelten Fakten durch ein Urteil abschließend zu bewerten. Die Plädoyers der Anwälte, die Zeugenbefragungen und die Präsentation des Urteils bedienen sich dabei notwendigerweise narrativer Strukturen. Durch die herausgehobene Stellung eines internationalen Gerichtshofs wirken die Narrative der dort geführten Gerichtsprozesse besonders stark auf die kollektive Erinnerung sowohl in den Nachkriegsgesellschaften als auch in der internationalen Wahrnehmung.

Marlene Weck unternimmt in ihrem Dissertationsvorhaben eine narratologische Analyse der Prozesstranskripte und Urteile des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien. Ihr Ziel ist es, zu erforschen, in welcher Beziehung die in den Zeugenaussagen enthaltenen Erzählungen zu der abschließenden Erzählung der jeweiligen Urteilstexte stehen. Die dabei auftretenden Dynamiken des kollektiven (Wieder-)Erzählens sollen durch die Historisierung und Kontextualisierung der betrachteten Narrative in seiner Vielschichtigkeit verstehbar gemacht werden.

Vorträge

„Umstrittene Geschichte vor dem Jugoslawientribunal“: Streiten. Jahrestagung der Basel Graduate School of History. September 2019.

„Erzählte Geschichte vor dem Jugoslawientribunal“: 7. Deutsch-Schweizerischer Studientag für Osteuropäische Geschichte. Wiesneck, Mai 2019. (Tagungsbericht: https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8359)

“Narrated History in the Court Records of the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY)”: Narratives in the Criminal Process. Bergen, Dezember 2018.

“Ethnicized Violence in the ICTY Witness Testimonies“: CAS SEE Summer School “Critique of Violence Now. From Thinking to Acting against Violence”, Rijeka, Juni 2018.

„Narrativkonstruktionen in den Gerichtsprozessen des Jugoslawientribunals“: 24. Tagung Junger Osteuropa-Experten „Lokal, regional, (trans-)national. Neue Forschungen zu Osteuropa“, Berlin, Juli 2016.

Publikationen

Tagungsbericht: 20 Years after the NATO Intervention in Yugoslavia: Local, Regional and Global Aspects of “Humanitarian Interventions”, 23.05.–25.05.2019 Leipzig, in: H-Soz-Kult, 26.09.2019, https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8460.

Ohrid als Erinnerungsort. Essay zur Makedonien-Exkursion (2013) des Lehrstuhls für Geschichte Südost- und Osteuropas der Universität Regensburg, Online verfügbar unter: https://www.uni-regensburg.de/philosophie-kunst-geschichte-gesellschaft/geschichte-suedost-osteuropa/medien/09-weck_marlene_essay_ohrid_als_erinnerungsort__neu_.pdf

Rezension zu: KULJIĆ, Todor: Umkämpfte Vergangenheiten. Die Kultur der Erinnerung im postjugoslawischen Raum. Verbrecher Verlag 2010. In: Südost-Forschungen 2013/72.

Organisation

Bevorstehend [mit Michelle Thompson und Fredrik Eklund]: Workshop Dynamics of Collective Narration A workshop on contemporary factual narratives in their social contexts. 18.06.20.06.2020. Freiburg.