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Simon Sahner

Simon Sahner

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 „Faktuales und fiktionales Erzählen“
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg

simon.sahner@grk1767.uni-freiburg.de 

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Simon Sahner studierte von 2010 bis 2013 Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft und Geschichte an der Universität Freiburg. Nach dem Bachelorabschluss begann er zum Wintersemester 2013 an der Universität Freiburg den Masterstudiengang Neuere Deutsche Literatur, Kultur und Medien, den er im Frühjahr 2016 abschloss. Während des Masterstudiums verbrachte er mit einem Baden-Württemberg Stipendium ein Jahr an der University of Massachusetts in Amherst, wo er sich neben deutschsprachiger Literatur auch mit amerikanischer Literatur, Film und Geschichte beschäftigte. Im Sommer 2015 recherchierte er mit Unterstützung des Marbacher Förderpreises für seine Masterthesis zur Entstehung und Entwicklung der literarischen Zeitschrift Gasolin 23 einen Monat im dortigen Literaturarchiv. Von 2014 an arbeitete Simon Sahner als wissenschaftliche Hilfskraft, Tutor und Mentor unter anderem für Prof. Dr. Dieter Martin, Prof. Dr. Michaela Holdenried und in der Koordination des SFB1015 ‚Muße‘. Seit April 2017 ist er Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Graduiertenkolleg 1767 Faktuales und fiktionales Erzählen in Freiburg im Breisgau.

Dissertationsprojekt

Der Wirklichkeit verfallen – Beat- und Undergroundliteratur im deutschsprachigen Raum 1960 – 1990 [Arbeitstitel] (Betreuer/Betreuerin: Prof. Dr. Michaela Holdenried, Dr. Eva von Contzen)

Projektbeschreibung

Das Dissertationsvorhaben besteht in der Erschließung der deutschsprachigen Beat- und Undergroundliteratur, die sich seit Mitte der 1960er Jahre im deutschsprachigen Raum zu entwickeln begann. Neben der populären amerikanischen Film- und Musikkultur kamen mit Beginn der 1960er Jahre auch die Literatur von Schriftstellern wie der Beatautoren Jack Kerouac, W.S. Burroughs, Allen Ginsberg und des Underground-Dichters Charles Bukowski nach Deutschland. Eine Literatur, die sich durch ethische und ästhetische Grenzüberschreitungen sowie ein Streben nach literarischer Authentizität charakterisieren lässt. Vor allem aber zeichnet eine enge Verbindung zwischen dem Leben der Autoren und ihrem literarischen Schaffen diese Werke aus. Die Rezeption vollzieht sich entsprechend vor dem Hintergrund der Biographie und Selbstinszenierung ihrer Verfasser, wodurch eine Spannung zwischen Faktualität und Fiktionalität entsteht, die als konstituierend für die Werke der deutsch- und englischsprachigen Beatliteratur angesehen werden muss, da sich in eben jener Verankerung in der Biographie der Verfasser der Grundgedanke des beatliterarischen Schreibens zeigt. Neben dem inzwischen kanonisierten Rolf Dieter Brinkmann fanden zahlreiche junge deutsche Schriftsteller wie Jürgen Ploog, Jörg Fauser und Carl Weissner in dieser provokanten Literatur, eine Alternative zur etablierten westdeutschen Literatur dieser Jahre. Durch persönliche Kontakte zu den Amerikanern, durch Übersetzungen und eigene Arbeiten entwickelten sie eine deutschsprachige Beat- und Undergroundliteratur, die sich an den englischsprachigen Vorbildern anlehnte und einen rebellischen Gegenpol zur Aufarbeitungs- und Gesellschaftsliteratur um die Gruppe 47 bildete. Die Werke die deutschen Beatliteraten umfassen neben Gedichten und Erzählungen auch experimentelle Romane im Cutup- Stil und essayistische Texte und stellen einen Gegenkanons bundesrepublikanischer Literatur dar, dessen Einfluss auf die sogenannte Popliteratur der 1990er Jahre deutlich erkennbar ist.

Publikationen

  • Die Ehe, In: Döblin-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, hrsg. v. Becker, Sabina, Stuttgart 2016, S. 223 – 228.
  • mit Tilmann, Elisabeth. Tagungsbericht: Herrschaftserzählungen. Wilhelm II. in der Kulturgeschichte. Tagung des Graduiertenkollegs „Faktuales und Fiktionales Erzählen“, Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) vom 17.07.2014 – 19.07.2014 http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5761.