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Andrea Klatt

Andrea Klatt

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 “Faktuales und fiktionales Erzählen”
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg

andrea.klatt@germanistik.uni-freiburg.de

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Andrea Klatt studierte Germanistik, Geschichte und Spanisch an den Universitäten in Würzburg, Salamanca, Freiburg i. Br. und Halifax. 2013/2014 war sie Tutorin im Projekt „Zeitreisen – Alltag und Erfahrung in historischen Ego-Dokumenten”. An der Universität Freiburg i. Br. legte sie 2014 ihr Erstes Staatsexamen ab und absolvierte danach einen Master of German Studies und ein Teaching Assistantship an der Dalhousie University in Halifax (M.A. 2015). Von 2016 bis 2020 war sie mit einem Dissertationsprojekt über Sterbeerzählungen Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Faktuales und fiktionales Erzählen“ an der Universität Freiburg i. Br. Bis Oktober 2021 erhielt sie eine einjährige Anschubförderung des Graduiertenkollegs zur weiterer ihres Habilitationsprojekts.

Forschungsinteressen

  • Deutschsprachige Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts
  • Erzähltheorie, Fiktionstheorie, Zeittheorie
  • Zyklisches Erzählen
  • Trauma, Resilienz, Krankheit und Tod in der Literatur
  • Interdisziplinarität (Philosophie und Psychologie)
  • Autobiografie und Tagebuch

Dissertationsprojekt

Mein Tod. Fiktionales und faktuales Erzählen des eigenen Todes
(Betreuung: Prof. Dr. Michaela Holdenried, Prof. Dr. Carl Eduard Scheidt)

In der interdisziplinären Dissertation mit dem Titel «Mein Tod. Fiktionales und faktuales Erzählen des eigenen Todes« werden die Formen und Funktionen des Sterbeerzählens untersucht. Die Textsorte ›Erzählung‹ ermöglicht aufgrund ihrer Eigenschaften die Bewältigung von Erfahrungen, die dem Tod ähneln sollen, wobei fiktionalem und faktualem Erzählen qua literarischer Konvention unterschiedliche Möglichkeiten zukommen, Erfahrungshaftigkeit zu gestalten. In der Dissertation wurde ein breites Korpus untersucht, zu dem Sterbeerzählungen im engeren Sinne gehören, deren zentrales Ereignis oder Thema das Sterben oder der Tod ist, sowie narrative Kontexte, deren Erzählauslöser die Konfrontation mit dem eigenen Tod ist. Um die Grenzen der Narrativität und die Devianz fiktionalen Erzählens in den Blick zu nehmen, wurden Texte verschiedener Genres herangezogen (Romane, Novellen, Tagebücher, Essays, Aphorismen), sowie Beispiele unterschiedlicher Medien (Bücher, Filme und Blogs).

Die Studie weist eine Dreiteilung auf: Der erste Teil umfasst Historisches und Konzeptionelles, der zweite Teil Systematisches und der dritte Teil Exemplarisches. (1) In geistesgeschichtlichen und insbesondere todesphilosophischen Vorüberlegungen wird die axiomatische Grundannahme der Studie dargelegt, dass der eigene Tod keine Erfahrung ist, über die der Mensch diesseitig empirisch urteilen kann. (2) Der systematische Teil der Studie enthält eine heuristische Untersuchung des Todes als Erzählgegenstand, in der traditionelle, strukturalistische und postklassische Erzählbegriffe systematisch erprobt werden. (3) In dem exemplarischen Teil werden drei deutschsprachige Erzählungen der Gegenwart analysiert und interpretiert, in denen eine direkte Konfrontation mit dem eigenen Tod entweder den Erzählauslöser oder die vorherrschende Thematik darstellt: Arbeit und Struktur (2013) von Wolfgang Herrndorf, Tage wie Hunde (2019) von Ruth Schweikert und Robinsons blaues Haus (2012) von Ernst Augustin.

Habilitationsprojekt

Zyklisches Erzählen

Die zyklische Kompositionsform findet sich in der Lyrik, Prosa und dem Drama in Form von Gedichtzyklen, Novellenzyklen, Romanzyklen, Dramenzyklen – die zyklische Narrativität ist nicht an die Gattung gekoppelt und trägt gleichzeitig gattungsspezifische Züge. Im Habilitationsprojekt werden die unterschiedlichen Formen, Funktionen und Transformationen des zyklischen Erzählens aus einer diachronen Perspektive untersucht. Ein Hauptaugenmerk des Habilitationsprojekts liegt auf dem gattungsspezifischen Zusammenspiel innerhalb der Zyklen und auf zeittheoretischen Implikationen, wobei insbesondere der Frage nach zyklischen Gegenwartskonzeptionen nachgegangen werden soll.

Publikationen

  • „Can the Animal Speak? Sprechende ‚Tiere‘ in literarischen Texten“, in: Björn Hayer/Klarissa Schröder (Hrsg.): Tierethik transdisziplinär. Literatur – Kultur – Didaktik. Bielefeld: Transcript 2018, S. 231-246.
  • „Zur Freiheit von Fiktionalität und Faktualität“, in: Dolors Sabaté Planes/Sebastian Windisch (Hrsg.): Germanistik im Umbruch. Literatur – Kultur. (Germanistik International, Bd. 6) Berlin: Frank & Timme 2018, S. 147-158.
  • Intensitäten. Text und Rezeption von Arbeit und Struktur, in: Matthias N. Lorenz (Hrsg.): „Germanistenscheiß“. Beiträge zur Werkpolitik Wolfgang Herrndorfs. Berlin: Frank & Timme 2018, S. 377-398.
  • „‚Ich möchte mit dir durch den Schnee, meine Schöne‘. Zur Rezeption des Liebesromans Die Ordnung der Sterne über Como (2013) von Monika Zeiner“, in: Rafał Pokrywka (Hrsg.): Der Liebesroman im 21. Jahrhundert (Film – Medium – Diskurs, Bd. 80). Würzburg: Königshausen u. Neumann 2017, S. 103-115.
  • „‚Kurzfristig ewig‘. Hochzeiten in Texten von Felicitas Hoppe“, in: Michaela Holdenried (Hrsg.): Felicitas Hoppe. Das Werk (Philologische Studien und Quellen, Bd. 251). Berlin: Erich Schmidt Verlag 2015, S. 201-216.
  • „Heterotope Heilsamkeit der Nicht-Orte bei Olga Grjasnowa und Christian Kracht“, in: Miriam Kanne (Hrsg.): Provisorische und Transiträume. Raumerfahrung ‚Nicht-Ort‘ (Forschung und Wissenschaft, Bd. 25). Berlin: Lit 2013, S. 215-230.
  • „Tango als Erzählstrategie. Zur literarischen Konstruktion dichotomischer Erfahrungen in Herta Müllers Drückender Tango“, in: Sabine Zubarik (Hrsg.): Tango Argentino in der Literatur(wissenschaft) (Literaturwissenschaft, Bd. 37). Berlin: Frank & Timme 2013, S. 177-192.

Vorträge

  • „Mein Tod. Fiktionales und faktuales Erzählen des eigenen Todes“. Dienstagskolloquium „Seele-Körper-Geist“, 23. November 2021, Uniklinik Freiburg. (Digitale Vortragsaufzeichnung: www.uniklinik[1]freiburg.de/psychosomatik/dienstagskolloquium.html
  • „Can the Animal Speak? Tiere als Ich-Erzähler in literarischen Texten“. Tagung „Das freie Tier hat seinen Untergang stets hinter sich. Tierethik in Kultur, Literatur und Unterricht“, 29. November-1. Dezember 2017, Universität Koblenz-Landau.
  • „‚Zur Hälfte ein neues Leben‘. Welche Schreibform eignet dem modernen Subjekt zur Freiheit?“, Internationale Konferenz „Umbrüche gestalten. Germanistik in bewegter Zeit“, 16.-19. September 2017, Universidad de Santiago de Compostela.
  • „Intensitäten. Arbeit und Struktur im Kontext faktualer Sterbenarrative und seiner Rezeption“. Tagung „Wolfgang Herrndorf. Werke und Zusammenhänge.“ 18./19. Mai 2017, Universität Bern.
  • „‚Ich möchte mit dir durch den Schnee, meine Schöne‘. Zur Rezeption des Liebesromans Die Ordnung der Sterne über Como (2013) von Monika Zeiner“. Tagung „Der Liebesroman im 21. Jahrhundert“, 15./16. September 2016, Universität Bydgoszczs.
  • „Von Nüssen und Tüten – Genitalinspektion in Die Schule der Nackten (2003) von Ernst Augustin“. Tagung „Provokation und Subversion. Körper und Sexualität in der Literatur“, 9./10. Juli 2015, RWTH Aachen.
  • „Die Überwindung der deutschen Nation in Das Paradies des August Engelhardt (2011) von Marc Buhl und Imperium (2012) von Christian Kracht“. NeMLA Tagung „Re-defining Germanness“, 30. April-3. Mai 2015, Toronto.
  • „Literaturdidaktik im DaF-Unterricht? Didaktische Aufbereitung des Romans Iwein Löwenritter (2008) von Felicitas Hoppe“. ACTC Tagung „Innovation, Inspiration, Interaction“, 3./4. Oktober 2014, Université de Moncton.
  • Tango als Erzählstrategie. Zur literarischen Konstruktion dichotomischer Erfahrungen in Herta Müllers Drückender Tango“, Tagung „Tango Argentino in der Literatur(wissenschaft)“, 18./19. Februar 2013, Universität Erlangen.
  • „Heterotope Heilsamkeit der Nicht-Orte bei Olga Grjasnowa und Christian Kracht“, Workshop „Provisorische und Transiträume: Raumerfahrung ‚Nicht-Ort‘“, 14./15. September 2012, Universität Paderborn.

Podiumsgespräch

Lehre

  • Proseminar „Gedichtzyklen“ SoSe 2022 (Deutsches Seminar, Universität Freiburg)
  • Sprachkurs „Deutsch als Fremdsprache A2.1“ im WiSe 2018/2019 (Sprachlehrinstitut Freiburg)
  • Sprachkurs „Deutsch als Fremdsprache A2.2“ im SoSe 2018 (Sprachlehrinstitut Freiburg)
  • Proseminar „Die Todesthematik in der Gegenwartsliteratur“ SoSe 2018 (Deutsches Seminar, Universität Freiburg)

Auszeichnung

Grad Studies Award, verliehen von der Dalhousie University Halifax 2015

Mitgliedschaft

Deutscher Germanistenverband

Persönliches

Die Kollegiatin hat ein Kind (Geburt 2018).