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Shevek K. Selbert

Shevek K. Selbert

Sprecher der Kollegiat*innen

Kontakt

Graduiertenkolleg 1767 „Faktuales und fiktionales Erzählen“
Erbprinzenstr. 13
D-79085 Freiburg

shevek.selbert@grk1767.uni-freiburg.de

Wissenschaftlicher Lebenslauf

Shevek Selbert hat sein Magister-Studium der Erziehungswissenschaft und Philosophie 2013 mit der Arbeit „Erzählend eine Welt erschaffen. Zur Rekonstruktion von Identität zwischen Sozialität, Mobilität und Temporalität mittels komparativer Analyse narrativer Interviews“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz abgeschlossen. Ab 2009 war er zunächst studentische, seit 2013 dann wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Erziehungswissenschaft der JGU Mainz am Lehrstuhl Erwachsenenbildung/Weiterbildung bei Prof.’in Dr. Heide von Felden. Seine Mitarbeit umfasste Lehre (Vermittlung des Narrationsstrukturellen Verfahrens in jährlichen Interpretationswerkstätten) und Forschung (diverse Forschungsprojekte, u.a. das DFG-Projekt „Live Learn Lead: Lernformen und Bildungsbedürfnisse Erwachsener in den Rahmungen Lebenslangen Lernens“ (von Felden/Eysel/Selbert)). Die Förderung durch das Zentrum für Schul-, Bildungs-, und Hochschulforschung (ZSBH) der JGU Mainz ermöglichte ihm seit November 2017 die Vorbereitung seines Dissertationsprojektes, welches er seit Oktober 2018 als Kollegiat des Graduiertenkollegs 1767 „Faktuales und fiktionales Erzählen“ umsetzt. Zu seinen Forschungsinteressen zählen (erziehungswissenschaftliche) Biographieforschung, Tierstudien und graphische Erzählungen.

Dissertationsprojekt

Autobiographisches Wiedererzählen. Impulse für eine längsschnittliche Biographieforschung [Arbeitstitel]
(Betreuung: Prof. Dr. Carl Eduard Scheidt, Prof.’in Dr. Gabriele Lucius-Hoene, Prof. Dr. Daniel Jacob)

Projektbeschreibung

Qualitative Längsschnittstudien sind – entgegen vermehrter Plädoyers der Forschungsliteratur – noch immer Neuland, so dass methodische Grundlagenforschung zu bewältigen ist, bevor den disziplinären Fragen (z.B. im erziehungswissenschaftlichen Kontext nach Lern- und Bildungsprozessen) nachgegangen werden kann. Auf der Grundlage biographisch-narrativer Interviews mit fünfzehn Personen aus den Jahren 2006/07 und 2017 steht im Dissertationsprojekt das Desiderat des Autobiographischen Wiedererzählens im Fokus. Hierzu werden bewährte Konzepte der rekonstruktiven Biographieforschung (mit Beiträgen aus Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaft) mit sprachwissenschaftlichen Instrumenten der Wiedererzählensforschung, Konversationsanalyse und Narratologie zusammengeführt, um grundlegende Fragen wiederholter Selbsterzählungen und ihrer Erforschbarkeit zu ergründen.
Zusätzlich bietet der umfangreiche Korpus von 15 autobiographischen Wiedererzählungen eine grundlegende Datenbasis zur Erörterung der Frage nach dem Realitätsgehalt autobiographischer Stegreiferzählungen, oder besser gesagt: der eigenspezifischen Faktualität von Selbsterzählungen. Gerade die Möglichkeit des Vergleichs von sprachlichen, narratologischen und konversationellen Phänomenen an der Oberflächen- und Tiefenstruktur der konkreten retellings verspricht methodisch kontrollierten Aufschluss darüber, wie sich biographische Selbstreflexion bzw. Biografizität (Alheit) vollzieht und wie man den spezifischen Geltungsanspruch von Autobiographien zwischen Faktualität und Fiktionalität fassen kann.

Publikationen

Selbert, Shevek K. (asap): Autobiographisches Wiedererzählen in Max Frischs frühesten Texten. Vergleich der zwei Versionen von „Was bin ich?“. (eingereicht)

Selbert, Shevek K. (2021): Building Stories? Formen und Funktionen „Erzählender Architektur“ in Graphic Novels und ihre Geltungsansprüche. In: Aderbauer/Mussack/Orendi (Hrsg.): Erzählte Architektur. (angenommen)

Selbert, Shevek K. (2020): Tagungsbericht „Auto/Biographie und Gender: Fakt, Fake, Fiktion, 01.10.2020–02.10.2020 Universität Bayreuth (online). In: H-Soz-Kult, 09.11.2020.

Selbert, Shevek K. (2020): Tagungsbericht „Mit Fiktionen über Fakten streiten. Fake News, Verschwörungstheorien und ihre kulturelle Aushandlung, 28.11.2019–30.11.2019 Freiburg im Breisgau. In: H-Soz-Kult, 11.03.2020.

Selbert, Shevek K. (2020): Die Relevanzsetzung in wiederholten Selbsterzählungen. Zur methodischen Grundlegung einer qualitativen Längsschnittstudie zum autobiographischen Wiedererzählen. In: Thiersch (Hrsg.): Qualitative Längsschnittforschung. Bestimmungen, Forschungspraxis und Reflexionen. Opladen/Berlin/Toronto: Barbara Budrich Verlag, S. 181–198.

Selbert, Shevek K. (2019): „Man hält den Stift hin, wie eine Nadel in der Erdbebenwarte.“ Oberflächliche Auszüge aus Ameisenbiografien. In: Ullrich/Böhm (Hrsg.): Tiere erzählen. Tierstudien 15. Berlin: Neofelis Verlag, S. 193–198.

Selbert, Shevek K. (2019): Das Tier neu erzählen. Vom Lebensmittel zum Lebewesen. In: Ullrich/Böhm (Hrsg.): Tiergeschichten. Tierstudien 16. Berlin: Neofelis Verlag, S. 126–135.

Selbert, Shevek K. (2018): Das Phänomen Selbstzerbesserung. Exemplarische Fallstudie zu einem unternehmerischen Selbst der Egoterik. In: von Felden (Hrsg.): Selbstoptimierung und Ambivalenz. Gesellschaftliche Appelle und ambivalente Rezeptionen. Wiesbaden: VS-Verlag, S. 145–171.

Selbert, Shevek K. (2016): Das Recht auf Selbsttäuschung. Forschungsethische Betrachtung der eigenartigen Gesprächssituation des Narrativen Interviews mit Max Frischs Bildnistheorie. In: Borgmann/Eysel/Selbert (Hrsg.): Zwischen Subjekt und Struktur. Suchbewegungen qualitativer Forschung. Wiesbaden: Springer VS, S. 185–216.

Lehre (Vermittlung des Narrationsstrukturellen Verfahrens, Arbeit an narrativen Interviews, bis 2017 gemeinsam mit Prof.’in Dr. Heide von Felden an der JGU Mainz)

WS 2020/21 – Seminar: Lebenslanges Lernen, Lernkultur und Biographie

WS 2011-2017 (jährlich) – Seminar: Lebenslanges Lernen, Lernkultur und Biographie

SS 2011 – Seminar: Qualitative Forschung

WS 2010/11 – Seminar: Biographieforschung

WS 2009/10 – Seminar: Lernprozesse über die Lebenszeit

WS 2008/09 – Seminar: Lernweltforschung